Hallo Andreas,
Meine Programmierkenntnisse beschränken sich auf SPS ( S5 und S7 am liebsten in AWL ).
Sonst kann ich nichts! Traurig
ich hätte es oben hin schreiben sollen, damit habe ich nämlich schon gerechnet. Dass du sonst nichts können willst ist jetzt auch nebensächlich, das ist halt so wenn man neu anfängt.
Zunächst müssen wir aber ein paar Begrifflichkeiten klären, da du eine mir gut bekannte falsche Vorstellung von den Funktionen eines PIC hast. Ich fang mal an:
Schmitt Trigger ( zur Tastenentprellung), Timerschaltungen, Steuerfunktionen für Relais u.s.w.
Was hier in einer Zeile so Artverwandt aussieht, hat bei genauerer Betrachtung nichts miteinander und auch nichts mit einem Mikrocontroller (uC) zu tun. Ein Eingangs-Pin eines PIC kann zwar durch einen Schmitt-Trigger realisiert sein, eine Tastenentprellung ist damit aber noch nicht implementiert. Abgesehen davon kann die Tastenentprellung mit einem PIC ohne einen Schmitt-Trigger umgesetzt werden.
Timerschaltungen sind je nach Anforderung quasi die Paradedisziplin eines uC, und steuern kann man damit natürlich auch. Ob man dafür einen PIC oder anderen uC braucht, hängt von der Aufgabe ab - Timer und Relais schalten geht ja auch ohne Controller.
IC Funktionen wie 74HC74, 74HC14, MOS4017, NE555 sollten dann durch einen Pic vereint werden.
Hier manifestieren sich die angesprochenen falschen Vorstellungen am deutlichsten. Die oben genannten Gatter-Schaltungen 74HC... sind reine Logik-Bausteine, deren integrierte Kippschaltungen unverzüglich eine Änderung an den Eingängen zum Ausgang übertragen(meistens). Bei einem uC passiert aber dazwischen noch was, er kann die Informationen an seinen Eingängen intern speichern, auswerten und manipulieren - sie irgendwann an einen Ausgang oder besser gesagt Schnittstelle weiterleiten oder es sein lassen. DAS war dir wahrscheinlich schon klar, sonst hättest du nicht den Gedanken gefasst, mit einem uC Bauteile einzusparen. Die Frage ist nun, kann ein Programm, das du in einen PIC überträgst alle Aufgaben in der zur Verfügung stehenden Zeit abarbeiten oder benötigst du wirklich schnelle Logik?
Wenn du deine Hardware-Entwürfe aus 74ern und Konsorten in eine OneChip-Lösung überführen willst, sind CPLD und/oder FPGA vielleicht eher was für dich. Die in diesem Gebiet anzutreffenden Sprachen sind keine prozeduralen Programmiersprachen sondern Beschreibungssprachen für Hardware - reichlich Raum für Interpretationsschwierigkeiten, ja nachdem aus welcher Ecke man kommt.
Ich würde gern anfangs mit einem Tool wie Parsic arbeiten, da das für mich ähnlich wie die Programmierung einer SPS im Funktionsplan ist. Ich weiß das Tools wie Parsic was für Weicheier sind aber das würde mich am schnellsten zu ersten Erfolgen bringen.
Abgesehen von der Eierqualität - das Parsic-Projekt ist meines Wissens nach eingestampft worden bzw. wird vom Autor nicht mehr weiter verfolgt. Ich rate auch von grafischen Tools zur Firmware-Entwicklung ab, wenn man das braucht ist es vielleicht sinnvoller eine fertige Klein-Steuerung oder einen Einplatinencomputer mit OS und grafischer Entwicklungsumgebung anzukaufen.
Auch wichtig wäre es Pic Typen zu nutzen, die unter 1,50€ liegen, um bei einer Serienproduktion die Kosten im Rahmen zu halten.
Wenn du die Dinger nicht 1 zu 1 für deine ICs einsetzt, ist es doch bei privaten Projekten nicht so wichtig ob der _einzige_ Mikrocontroller in der Schaltung nun 1,50 oder 3 Euro kostet, oder nicht? Nimm lieber für den Anfang einen Universal-Typen, der die wichtigsten Merkmale erfüllt. Wenn der Einstieg gelungen ist, kannst du immer noch "downgraden".
Viele Grüße,
Edson